Ratgeber · Raumakustik
Grundlagen der
Raumakustik
Nachhallzeit, Schallabsorption, DIN-Normen – die physikalischen Grundlagen für wirksame akustische Maßnahmen in Gewerbe und Industrie.
Raumakustik und ihre Bedeutung für Arbeitsstätten
Eine gute Raumakustik ist in Bürogebäuden, Konferenzräumen, Callcentern und öffentlichen Einrichtungen von zentraler Bedeutung. Schlechte akustische Bedingungen beeinträchtigen nicht nur die Produktivität, sondern auch die Gesundheit der Mitarbeitenden. Aus diesem Grund ist es für Unternehmen essenziell, akustische Maßnahmen zu ergreifen, die sowohl den Arbeitskomfort verbessern als auch den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
Die drei entscheidenden Faktoren
Die Akustik eines Raumes beeinflusst, wie Schallwellen reflektiert, absorbiert und gedämpft werden. Folgende drei Faktoren sind hierbei entscheidend:
Nachhallzeit (T60)
Die Zeitspanne, die der Schall benötigt, um nach dem Verstummen der Schallquelle um 60 dB abzuklingen. Eine lange Nachhallzeit verschlechtert die Sprachverständlichkeit und erhöht den Lärmpegel. In Büroräumen gilt eine Nachhallzeit zwischen 0,5 und 0,7 Sekunden als optimal.
Schallabsorption
Verschiedene Materialien haben unterschiedliche Absorptionsfähigkeiten. Akustikbilder, Trennwände und Deckensegel dämpfen Schall effektiv. Materialien mit einem hohen Absorptionsgrad (α = 0,6 bis 1,0) werden bevorzugt.
Schallausbreitung
In offenen Räumen mit harten Oberflächen breitet sich Schall ungehindert aus, was zu Reflexionen und erhöhter Lärmbelastung führt. Akustische Trennwände und Stellwände minimieren die Ausbreitung und schaffen fokussierte Arbeitsbereiche.
Schallabsorptionsgrad α
Der Schallabsorptionsgrad α beschreibt die Eigenschaft eines Materials, auftreffenden Schall in andere Energieformen (z. B. Wärme- oder Bewegungsenergie) umzuwandeln und damit zu absorbieren.
Ein idealer Schallabsorber, der 100 % des auftreffenden Schalls absorbiert, hat einen Schallabsorptionsgrad von 1, eine vollständig reflektierende Fläche einen Schallabsorptionsgrad von 0.
Relevante DIN-Normen und Vorschriften
Für den Einsatz von Akustiklösungen in Arbeitsumgebungen sind in Deutschland verschiedene DIN-Normen und Sicherheitsrichtlinien relevant. Diese Normen definieren, wie Arbeitsstätten gestaltet sein sollten, um eine gesunde und produktive Arbeitsatmosphäre zu gewährleisten.
DIN 18041: „Hörsamkeit in Räumen“
Behandelt die optimale Gestaltung von Räumen in Bezug auf Sprachverständlichkeit. Für Büroräume empfiehlt sie bestimmte Nachhallzeiten und Absorptionsflächen.
DIN EN ISO 11690-1
Empfehlungen zur Gestaltung lärmarmer Arbeitsplätze. Der Einsatz von Akustik-Trennwänden und Schallabsorbern wird empfohlen, um Lärmquellen effektiv zu isolieren.
Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
Fordert, dass Lärm am Arbeitsplatz auf ein gesundheitlich unbedenkliches Maß reduziert wird. Maßnahmen wie Akustik-Säulen und Deckensegel senken die Belastung nachweislich.
DIN EN ISO 354
Beschreibt das Verfahren zur Messung des Schallabsorptionsgrades von Materialien im Hallraum. Akustikprodukte sollten gemäß dieser Norm geprüft werden.
Akustiklösungen für den B2B-Bereich
Unternehmen profitieren von der Integration akustischer Lösungen, die sowohl den Komfort am Arbeitsplatz erhöhen als auch den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Von flexiblen Trennwänden über dekorative Akustikbilder bis hin zu Deckensegeln: Die richtige Kombination reduziert Nachhallzeiten und kontrolliert den Schall in großen Räumen.
Von der Theorie zur Praxis
Raumakustik ist ein entscheidender Faktor für die Gesundheit und Produktivität in modernen Arbeitsumgebungen. Produkte wie Trennwände, Deckensegel und Akustikbilder helfen dabei, eine angenehme und produktive Arbeitsatmosphäre zu schaffen.