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Ratgeber · Raumakustik-Planung

Akustikplanung
Grundlagen, DIN 18041 & Planungshilfen

So viel Schallabsorption braucht Ihr Büro, Ihre Kanzlei oder Ihr Besprechungsraum – nach Raumgröße, Nutzungsart und DIN 18041. Mit konkreten Sollwerten, Berechnungsformeln und passenden Akustiklösungen.

DIN 18041 konform
B2B-Preise zzgl. MwSt.
Made in Germany / EU
Bessere Raumakustik | Schallminderung GbR
DIN 18041 Made in Germany / EU B2B Fachhandel

Raumakustik-Planung nach Raumnutzung und Raumfläche

Eine optimale Raumakustik ist entscheidend für eine produktive und angenehme Arbeitsumgebung. Besonders in Büros, Kanzleien und Beratungsfirmen kann eine durchdachte akustische Planung dazu beitragen, die Konzentration zu fördern und die Kommunikation zu verbessern. Erfahren Sie auf dieser Seite, wie Sie die Raumakustik gemäß DIN 18041 optimieren – inklusive konkreter Sollwerte, Akustikberechnungen und passender Maßnahmen zur Schallminderung.

Mehr Konzentration

Mit der richtigen Planung schaffen Sie eine Arbeitsumgebung, in der Mitarbeitende fokussierter und effizienter arbeiten. Gezielte Schallminderung ist der Schlüssel zu mehr Produktivität.

Mehr Wohlbefinden

Akustisch durchdachte Räume senken den Stresspegel und fördern das Wohlbefinden. Planen Sie die Akustik von Anfang an mit und profitieren Sie von zufriedeneren Teams.

Mehr Effizienz

Unsere Planungshilfen zeigen, welche Akustikprodukte für Ihre Raumgröße und Nutzung optimal geeignet sind. Gezielt investieren und kostspielige Fehlentscheidungen vermeiden.

Grundlagen der Raumakustik

Die Raumakustik beschäftigt sich mit der Ausbreitung von Schall in geschlossenen Räumen und deren Einfluss auf das Hörerlebnis – die zentrale Grundlage jeder Schallminderung.

Nachhallzeit T

Die Zeitspanne, die der Schall benötigt, um nach dem Verstummen der Schallquelle um 60 dB abzufallen. Sie ist das wichtigste Planungskriterium der DIN 18041 und wird in Sekunden angegeben.

Schallabsorptionsgrad α

Materialkennwert zwischen 0 (vollständig reflektierend) und 1 (vollständig absorbierend). Hochwertige Akustikabsorber erreichen αw ≥ 0,90 und reduzieren unerwünschte Reflexionen wirksam.

A/V-Verhältnis

Verhältnis von äquivalenter Schallabsorptionsfläche A (in m²) zum Raumvolumen V (in m³). Das maßgebliche Planungskriterium für Büros und Aufenthaltsräume nach DIN 18041 Raumgruppe B.

Sabinesche Nachhallformel

Die Nachhallzeit wird in der Raumakustik nach der Sabine'schen Formel berechnet:

T = 0,163 · V / A

Dabei ist T die Nachhallzeit in Sekunden, V das Raumvolumen in m³ und A die äquivalente Schallabsorptionsfläche in m². Die Schallabsorptionsfläche ergibt sich aus der Summe aller Raumflächen, multipliziert mit ihrem jeweiligen Schallabsorptionsgrad α. Genau diese Akustikberechnungen bilden die Grundlage jeder fundierten Raumakustik-Planung.

DIN 18041 im Detail –
Anforderungen für Büro, Kanzlei & Besprechungsraum

Die DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen“ ist die maßgebliche Norm für die Raumakustik-Planung in Deutschland. Sie definiert Anforderungen, Empfehlungen und Planungshinweise für Räume bis ca. 5.000 m³ Raumvolumen – differenziert nach Nutzungsart und Kommunikationssituation.

Gruppe A

Räume mit Sprachkommunikation

Hörsamkeit über mittlere und größere Entfernungen. Hier steht die Sprachverständlichkeit im Mittelpunkt: Vortrag, Konferenz, Unterricht, Besprechung. Für diese Räume schreibt die DIN 18041 verbindliche, volumenabhängige Sollwerte der Nachhallzeit T vor.

  • A1 – Musik (z. B. Probenräume, Konzertsäle)
  • A2 – Sprache/Vortrag (Hörsaal, Klassenraum)
  • A3 – Unterricht/Kommunikation (Besprechungs-, Tagungs-, Konferenzraum, Seminarraum)
  • A4 – Inklusion (Räume für Hörgeschädigte, Videokonferenzen)
  • A5 – Sport (Sport- und Schwimmhallen)

Planungsgröße: nutzungsspezifische Nachhallzeit T (250 Hz bis 2.000 Hz, Toleranz ±20 %).

Gruppe B

Räume mit kurzer Kommunikation

Hörsamkeit über geringe Entfernungen. Aufenthaltsräume, Verkehrsflächen und Arbeitsräume – darunter fallen die meisten Büros. Statt fester Nachhallzeit-Sollwerte arbeitet die Norm hier mit dem A/V-Verhältnis: dem Mindestmaß an absorbierender Fläche im Verhältnis zum Raumvolumen.

  • B1 – ohne Aufenthalt (Flure, Verkehrsflächen)
  • B2 – kurzfristiger Aufenthalt (Foyer, Eingangshalle)
  • B3 – längerer Aufenthalt (Einzelbüro, Bibliothek, Speiseraum) – A/V ≥ 0,20
  • B4 – Bedarf an Lärmminderung (Mehrpersonenbüro, Bürgerbüro) – A/V ≥ 0,25
  • B5 – besonderer Bedarf (Callcenter, Leitstellen) – A/V ≥ 0,30

Planungsgröße: A/V-Verhältnis (250 Hz bis 2.000 Hz). Für Mehrpersonenbüros ergänzend VDI 2569.

Konkrete Sollwerte für Büro, Kanzlei & Besprechungsraum

Die folgenden Werte zeigen, welche Nachhallzeiten und A/V-Verhältnisse die DIN 18041 für typische Raumnutzungen vorgibt. Sie sind die Zielgrößen jeder Raumakustik-Planung.

Sollwerte der Nachhallzeit und A/V-Verhältnisse nach DIN 18041 für typische Büro- und Besprechungsräume
Raumtyp DIN-Gruppe Sollwert Planungsziel
Einzelbüro B3 A/V ≥ 0,20
≈ T ≤ 0,8 s
Konzentriertes Arbeiten, gelegentliche Telefonate
Mehrpersonen-/Großraumbüro B4 A/V ≥ 0,25
≈ T ≤ 0,7 s
Lärmminderung, Sprachverständlichkeit zwischen Arbeitsplätzen
Kanzlei – Beratungszimmer A3 T ≈ 0,5–0,7 s
volumenabhängig
Vertrauliches Gespräch, hohe Sprachverständlichkeit
Kanzlei – Anwaltsbüro B3/B4 A/V ≥ 0,20–0,25 Konzentration auf Aktenarbeit, Mandantentelefonate
Besprechungsraum (klein) A3 T ≈ 0,5–0,6 s Dialog, kleine Runden, Mandantentermine
Konferenzraum (mittel) A3 T ≈ 0,6–0,8 s Präsentation, mittlere Gruppe, Videokonferenz
Konferenz mit Inklusion / Videokonferenz A4 T ≈ 0,4–0,6 s Hörgeschädigte, fremdsprachige Teilnehmer, Online-Übertragung

Hinweis: Die Nachhallzeit-Sollwerte der Gruppe A ergeben sich aus den Formeln der DIN 18041 in Abhängigkeit vom Raumvolumen. Die hier gezeigten Werte sind typische Bereiche für übliche Raumgrößen (50–250 m³). Für Mehrpersonenbüros gelten zusätzlich die Anforderungen der VDI 2569 und der ASR A3.7.

Planungshilfen anwenden:
In 5 Schritten zur Schallminderung

So nutzen Sie unsere Planungshilfen, um den konkreten Bedarf an Schallabsorption für Ihren Raum zu ermitteln und die passenden Akustikprodukte zu wählen.

Raumtyp einordnen

Bestimmen Sie die Nutzungsart nach DIN 18041: Einzelbüro (B3), Mehrpersonenbüro (B4), Besprechung (A3) oder Konferenz mit Inklusion (A4).

Raum vermessen

Erfassen Sie Länge, Breite und Höhe. Daraus ergibt sich das Raumvolumen V – die Grundlage aller Akustikberechnungen.

Oberflächen erfassen

Boden (Parkett, Teppich), Wände (Putz, Glas), Decke und Mobiliar bestimmen die Ausgangs-Absorption – und damit den Ist-Wert.

Bedarf berechnen

Differenz zwischen Ist-Absorption und Sollwert ergibt den zusätzlichen Absorptionsbedarf in m² – unser Akustikplaner übernimmt das automatisch.

Produkte wählen

Auswahl passender Akustikabsorber – Deckensegel, Wandpaneele, Stellwände – auf Basis der berechneten Fläche und der vorhandenen Einbau­situation.

Praxisbeispiel

Mehrpersonenbüro 40 m² – so viel Schallabsorption brauchen Sie

Ausgangslage

  • Grundfläche: 8 × 5 m = 40 m²
  • Raumhöhe: 2,75 m
  • Raumvolumen V = 110 m³
  • Nutzung: Mehrpersonenbüro (B4)

Akustikberechnung

  • Sollwert: A/V ≥ 0,25
  • Soll-Absorptionsfläche: 110 × 0,25 = 27,5 m²
  • Typische Ist-Absorption ohne Akustikmaßnahmen: ≈ 14 m²
  • Zusatzbedarf: ca. 14 m² Schallabsorber (αw ≈ 1,0)

Diese 14 m² lassen sich z. B. durch 6 Deckensegel à 1,2 × 2,0 m oder eine Kombination aus 4 Akustik-Wandpaneelen plus 2 Stellwänden realisieren. Unser Akustikplaner zeigt Ihnen passende Produktkombinationen direkt an.

Effektive Kombination:
Deckensegel & Sound Butler

Eine besonders effektive Methode zur Verbesserung der Raumakustik ist die Kombination von Akustik-Deckensegeln und Akustik-Säulen wie dem Phoneon Sound Butler. Deckensegel absorbieren den Schall direkt an seiner Entstehungsquelle und sind ideal für Räume, in denen der Boden- und Wandbereich nicht verändert werden kann oder soll.

Der Sound Butler ergänzt diese Lösung optimal: Als freistehende Säule bietet er maximale Flexibilität bei der Aufstellung und kann einfach im Raum umpositioniert werden. In Kombination erzielen beide Produkte eine Reduktion der Nachhallzeit um bis zu 50 %.

Deckensegel entdecken

Gezielte Schallkontrolle
mit Wandpaneelen

Akustik-Wandpaneele sind eine ausgezeichnete Wahl für Büros und Besprechungsräume, in denen Ästhetik und Funktion gleichermaßen wichtig sind. Sie bieten eine hohe Schallabsorption (αw ≥ 0,90) und können individuell an die Wandgestaltung angepasst werden.

Unsere »Wall Cover«-Wandpaneele absorbieren direkte Reflexionen und sorgen für eine gleichmäßige Klangverteilung im Raum. Besonders in kleineren Büros oder Besprechungsräumen tragen sie maßgeblich zur Reduzierung von Nachhall bei, ohne den Raum optisch zu überladen. Ideal in Kombination mit Deckensegeln oder Stellwänden.

Wandpaneele konfigurieren

Selbst planen mit dem
Akustikplaner

Nutzen Sie unseren kostenlosen Online-Akustikplaner, um die Nachhallzeit Ihres Raums in wenigen Schritten selbst zu berechnen. Geben Sie einfach Raumtyp, Abmessungen und vorhandene Oberflächen ein – der Rechner ermittelt den genauen Schallabsorptionsbedarf nach DIN 18041.

Auf Basis der Akustikberechnung schlägt Ihnen der Akustikplaner passende Produkte (Deckensegel, Wandpaneele, Stellwände) vor, die Sie direkt konfigurieren und in den Warenkorb übernehmen können. So gelangen Sie in wenigen Minuten von der Raumanalyse zur konkreten Akustiklösung.

Akustikplaner jetzt starten

Häufige Fragen zur Akustikplanung

Antworten auf die typischen Fragen rund um DIN 18041, Nachhallzeit und Raumakustik-Planung.

Was schreibt die DIN 18041 für Büros vor?

Büros gehören zur Raumgruppe B der DIN 18041. Statt eines festen Nachhallzeit-Sollwerts wird hier das A/V-Verhältnis als Planungskriterium herangezogen: Für Einzelbüros (B3) gilt A/V ≥ 0,20, für Mehrpersonen- und Großraumbüros (B4) A/V ≥ 0,25. Ergänzend sind die VDI 2569 und die Arbeitsstättenrichtlinie ASR A3.7 zu beachten.

Welche Nachhallzeit ist für einen Besprechungsraum ideal?

Besprechungs- und Konferenzräume fallen in Raumgruppe A3 (Unterricht/Kommunikation). Die Ziel-Nachhallzeit ergibt sich aus dem Raumvolumen und liegt für typische Besprechungsräume (50–250 m³) bei etwa 0,5–0,8 Sekunden. Werden auch Hörgeschädigte oder Videokonferenzen einbezogen, gilt die strengere Kategorie A4 mit kürzeren Werten von etwa 0,4–0,6 Sekunden.

Wie wird der Schallabsorptionsbedarf konkret berechnet?

Grundlage ist die Sabine'sche Formel T = 0,163 · V / A. Aus dem Raumvolumen V und der Soll-Nachhallzeit T ergibt sich die benötigte äquivalente Schallabsorptionsfläche A in m². Davon wird die bereits vorhandene Absorption (durch Boden, Mobiliar, Personen) abgezogen – die Differenz ist der Bedarf an zusätzlichen Akustikabsorbern. Unser Akustikplaner führt diese Akustikberechnungen automatisch und normkonform durch.

Was bedeutet der Schallabsorptionsgrad αw?

Der bewertete Schallabsorptionsgrad αw ist ein Einzahlwert zwischen 0 und 1, der angibt, wie viel Schall ein Material absorbiert. αw = 0 entspricht totaler Reflexion (z. B. Glas), αw = 1 vollständiger Absorption. Unsere Akustik-Wandpaneele und Deckensegel erreichen Werte von αw ≥ 0,90 und gehören damit zur höchsten Absorberklasse A nach DIN EN ISO 11654.

Gilt die DIN 18041 auch für Kanzleien?

Ja. Kanzleien sind aus Sicht der Norm Mischnutzungen: Anwaltsbüros werden wie Einzelbüros (B3) oder Mehrpersonenbüros (B4) eingeordnet, Beratungs- und Besprechungszimmer mit Mandantenkommunikation fallen unter Raumgruppe A3. Weil Vertraulichkeit und Sprachverständlichkeit hier besonders wichtig sind, empfehlen wir eine durchgängige Akustikplanung über alle Raumtypen hinweg.

Wo werden Akustikabsorber am wirksamsten platziert?

An der Decke (Deckensegel) wirken Absorber am breitesten, weil dort kaum konkurrierende Möblierung steht. Wandpaneele in Sprecher-Hörer-Achse reduzieren gezielt erste Reflexionen. Stellwände sind besonders effektiv im Großraumbüro, weil sie Schall direkt zwischen Arbeitsplätzen abschirmen. Für eine optimale Raumakustik-Planung empfiehlt die DIN 18041 eine möglichst gleichmäßige Verteilung der absorbierenden Flächen im Raum.

Fazit

Eine gezielte Planung und Umsetzung akustischer Maßnahmen trägt maßgeblich zu einer verbesserten Raumakustik und damit zu mehr Wohlbefinden und Effizienz bei. Mit den Sollwerten und Akustikberechnungen der DIN 18041 als Grundlage und unseren Planungshilfen als Werkzeug erreichen Sie nachweislich gute Hörsamkeit – im Büro, in der Kanzlei und im Besprechungsraum. Nutzen Sie die vorgestellten Lösungen als Ausgangspunkt und lassen Sie sich bei Bedarf individuell beraten.