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Hotelzimmer im Schlafbereich mit großformatigem Akustikbild einer Winterlandschaft über dem Bett, integriert in Holzvertäfelung und Dachschräge

Anonymisierte Referenz | Hotelakustik

Schallminderung in Hotelzimmern mit akustikwirksamen Winterlandschaften

Diese Fallstudie dokumentiert die raumakustische Optimierung von Hotelzimmern im Schlafbereich. Ziel war eine spürbar ruhigere Raumakustik, ohne ein sichtbares Akustik-Sonderbauteil im Zimmer einzusetzen. Umgesetzt wurde dies über großformatige Akustikbilder mit Winterlandschaften, die als prägende Wandelemente über dem Bett ins Raumdesign des Hotels eingegliedert sind. Die Umsetzung erfolgte in zwei Schritten: zunächst 16 Akustikbilder im Hauptgebäude, anschließend 5 weitere im Nebengebäude.

Referenzbilder

Akustikbilder mit Winterlandschaften im eingebauten Zustand

Hotelzimmer mit Dachschräge und Holzvertäfelung, großes Akustikbild mit verschneitem Wald über dem Doppelbett, indirekt hinterleuchtet
Das Akustikbild über dem Bett fügt sich in Holzvertäfelung und Dachschräge ein und wirkt dabei als großflächiger Absorber.
Breites Akustikbild mit fotorealistischer Winterlandschaft über dem Bettkopfteil, indirekt beleuchtet, im Hotelzimmer
Die fotorealistische Winterlandschaft prägt die Raumgestaltung und bringt zusätzlich eine große schallabsorbierende Fläche in den Schlafbereich.
Gesamtansicht eines Hotelzimmers mit Akustikbild einer Winterlandschaft über dem Doppelbett und warmer indirekter Beleuchtung
Akustikbild als ruhiges Gestaltungselement im Schlafbereich, in Serie über mehrere Hotelzimmer hinweg umgesetzt.

Das Problem: harte Raumakustik im Hotelzimmer

Hotelzimmer im Schlafbereich enthalten viele schallharte Oberflächen, etwa Putz- und Deckenflächen, Glas, Holzvertäfelung sowie sparsam möblierte Wandbereiche. In Kombination mit überwiegend glatten Flächen entsteht eine vergleichsweise reflexionsstarke, wenig gedämpfte Raumakustik mit frühen Reflexionen, die als wenig wohnlich empfunden werden kann.

Für ein Hotel ist die akustische Wahrnehmung im Zimmer ein direkter Teil des Gästeerlebnisses. Eine ruhige, weiche Raumakustik unterstützt Erholung und Schlaf, eine harte Akustik wirkt dagegen unruhig und mindert den Qualitätseindruck. Zugleich darf eine akustische Maßnahme die hochwertige Innenraumgestaltung nicht stören.

Die zentrale Anforderung lautete deshalb, die Raumakustik zu verbessern, ohne ein als technisch erkennbares Akustikbauteil im Zimmer sichtbar zu machen. Die akustisch wirksame Fläche musste sich vollständig in das Designkonzept des Hotels einfügen.

Analyse und Planung

Hotelzimmer sind keine klassischen Räume der Sprachkommunikation. Die DIN 18041 „Hörsamkeit in Räumen" wurde daher nicht als starrer Zielwert, sondern als planerische Orientierung für eine angenehme, gedämpfte Raumakustik herangezogen. Im Vordergrund stand der wahrnehmbare akustische Komfort im Schlaf- und Aufenthaltsbereich, nicht ein normativ fixierter Nachhallzeitwert.

Da Hotelzimmer vergleichsweise kleine Räume sind, kann je Zimmer bereits eine ausreichend große, akustisch wirksame Absorberfläche die Raumakustik deutlich beruhigen, abhängig von Raumgröße, Möblierung, Teppich- und Vorhanganteil sowie Deckenhöhe. Die Wand über dem Bett bietet dafür die größte zusammenhängende Fläche und ist gestalterisch ohnehin der zentrale Blickpunkt des Zimmers.

Die Planungsleitidee war deshalb, diese Fläche als großformatiges Akustikbild auszuführen: ein Element, das als Bildmotiv die Raumgestaltung prägt und gleichzeitig als breitbandiger Absorber wirkt. Als Motiv wurden Winterlandschaften gewählt, die zum Standort und zum Designkonzept des Hotels passen und in jedem Zimmer ein ruhiges, stimmiges Gesamtbild erzeugen.

Die Umsetzung wurde bewusst in zwei Schritten geplant. In einem ersten Schritt wurden 16 Hotelzimmer im Hauptgebäude ausgestattet, sodass die gestalterische und akustische Wirkung im laufenden Betrieb beurteilt werden konnte. Auf dieser Grundlage folgten 5 weitere Akustikbilder im Nebengebäude.

Zum Akustikplaner

Die Lösung: Akustikbild als Gestaltungs- und Funktionselement

Pro Hotelzimmer wurde ein großformatiges Akustikbild über dem Bett installiert. Es übernimmt zwei Aufgaben parallel: Es ist das prägende Wandmotiv des Zimmers und dabei eine stark schallabsorbierende Fläche.

  1. Großformatige Akustikbilder über dem Bett. Je Zimmer ein Element mit ca. 3,8 bis 4,5 m Länge und etwa 1,30 m Höhe. Diese Größe stellt eine ausreichend große, zusammenhängende Absorberfläche bereit, ohne dass zusätzliche sichtbare Akustikelemente nötig sind.
  2. Motiv Winterlandschaft im Digitaldruck. Die textile Bespannung trägt eine fotorealistische Winterlandschaft, abgestimmt auf das Hoteldesign. Die Bespannung im AluFrame-System ist werkzeuglos wechselbar, sodass Motive bei Bedarf später angepasst werden können.
  3. Stufenweise Umsetzung. 16 Akustikbilder im Hauptgebäude im ersten Schritt, danach 5 weitere im Nebengebäude. Der zweistufige Rollout erlaubte es, Wirkung und Gästeresonanz vor der Erweiterung zu beurteilen.

Technisch beruhen die Akustikbilder auf dem AluFrame-System: Aluminiumrahmen mit eingelegtem Akustikschaum (Basotect) und textiler Bespannung. Die akustische Bewertung liegt bei Absorberklasse B nach EN ISO 11654, mit hoher Schallabsorption nach VDI 3755 bewertet. Das Brandverhalten erfüllt B1 (schwer entflammbar), was für die Nutzung in Beherbergungsbetrieben besonders relevant ist. Die Flächenabsorber wirken vor allem im mittleren und hohen Frequenzbereich, der wesentlich zur wahrgenommenen Härte der Raumakustik beiträgt.

Ergebnis und Daten

  • Objekt: Hotel, raumakustische Optimierung der Hotelzimmer im Schlafbereich
  • Umfang: 16 Akustikbilder im Hauptgebäude (erster Schritt) und 5 weitere im Nebengebäude, insgesamt 21 Zimmer
  • Bildformat: je Zimmer ein Akustikbild mit ca. 3,8 bis 4,5 m Länge und etwa 1,30 m Höhe über dem Bett
  • Motiv: fotorealistische Winterlandschaften im Digitaldruck, auf das Hoteldesign abgestimmt
  • Akustische Bewertung: Absorberklasse B nach EN ISO 11654, mit hoher Schallabsorption nach VDI 3755 bewertet, Füllung Basotect, System AluFrame
  • Brandschutz: Brandverhalten B1 (schwer entflammbar), für Beherbergungsbetriebe besonders relevant
  • Wahrnehmbare Wirkung: spürbar ruhigere, weichere Raumakustik im Schlafbereich bei vollständiger gestalterischer Integration
  • Gestalterischer Mehrwert: die akustisch wirksame Fläche ist als Bildmotiv Teil des Raumdesigns, ohne sichtbares Akustik-Sonderbauteil
  • Skalierbarkeit: standardisierter Aufbau je Zimmer, dadurch in Serie über mehrere Gebäude hinweg umsetzbar
  • Vorbehalt: die akustische Wirkung wurde planerisch und gestalterisch beurteilt; eine messtechnische Verifikation der Nachhallzeit nach DIN EN ISO 3382 ist je Zimmertyp bei Bedarf möglich

Häufige Fragen zur Akustik in Hotelzimmern

Warum ist Raumakustik im Hotelzimmer wichtig?

Eine ruhige, weiche Raumakustik unterstützt Erholung und Schlaf und ist ein direkter Teil des Qualitätseindrucks im Hotel. Viele harte Oberflächen wie Putz, Glas und Holz lassen ein Zimmer dagegen halliger und unruhiger wirken. Eine ausreichend große Absorberfläche im Zimmer verbessert diesen Eindruck spürbar.

Kann ein Bild im Hotelzimmer Schall absorbieren?

Ja. Ein Akustikbild verbindet ein gedrucktes Motiv mit einem schallabsorbierenden Aufbau aus Akustikschaum und textiler Bespannung. Über dem Bett angebracht, bringt es eine große zusammenhängende Absorberfläche in den Raum und ist dabei das zentrale Wandmotiv, ohne ein sichtbares technisches Akustikbauteil.

Wie wird die Akustik in das Hoteldesign integriert?

In diesem Projekt wurden Winterlandschaften als fotorealistischer Digitaldruck gewählt, abgestimmt auf das Designkonzept des Hotels. So entsteht in jedem Zimmer ein ruhiges, stimmiges Gesamtbild. Die Bespannung im AluFrame-System ist werkzeuglos wechselbar, sodass Motive später angepasst werden können.

Welche Rolle spielt der Brandschutz im Hotel?

In Beherbergungsbetrieben ist das Brandverhalten von Einbauten besonders relevant. Die eingesetzten Akustikbilder erfüllen das Brandverhalten B1 (schwer entflammbar). Die konkreten Anforderungen ergeben sich immer aus dem jeweiligen Brandschutzkonzept und den landesrechtlichen Vorgaben für Beherbergungsstätten.

Lässt sich eine solche Maßnahme schrittweise umsetzen?

Ja. In diesem Projekt wurden zunächst 16 Zimmer im Hauptgebäude ausgestattet und nach Beurteilung der Wirkung 5 weitere im Nebengebäude ergänzt. Der standardisierte Aufbau je Zimmer macht eine stufenweise Ausrollung über mehrere Gebäude oder Bauabschnitte hinweg gut planbar.

Nächster Schritt

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